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März 2009
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Archive für 8.3.2009

In ganz eigener Sache

Also, so langsam verzweifele ich ja: Was immer funktioniert hat, geht plötzlich einfach nicht mehr!?

Bisher konnte ich pro Seite meines Blogs immer drei Google AdSense-WerbeAngebote unterbringen! Jetzt plötzlich wird nur noch eine einzige Anzeige pro Seite akzeptiert; in den restlichen zwei Beiträgen, bei denen auch eine derartige Google-Anzeige enthalten und hinzugefügt war, da waren nur noch “weiße Flecken”!?

Und trotz mehrfacher Versuche, zur Abwechselung und als zusätzliche InformationsMöglichkeit wieder eine derartige Google-Anzeige einzufügen, wurde keine weitere Werbung mehr akzeptiert!? Ich verstehe es nicht!? Eine etwas frustrierte heinka

P. S.: Sollte dafür jemand eine Erklärung parat haben, ich wäre dafür sehr dankbar!

Update ca. zwei Stunden später: Jetzt ist alles wieder okay!? ;)

Männer haben Angst vor Frauen!?


Jetzt habe ich aber noch einen recht spannenden Beitrag heute zum Internationalen Frauentag gefunden: ;) Ein Interview mit dem Sozialpsychologen Professor Rolf Pohl über Sexismus!

Die nach meiner Meinung lesenswertesten Passagen aus diesem Interview, die poste ich jetzt mal hier wortwörtlich:

taz: Herr Pohl, die Frauenbewegung der Siebzigerjahre hat unsere Gesellschaft als sexistisch beschrieben. Ist sie das noch?

Rolf Pohl: Ja. Aber “Sexismus” war eine Kampfparole in einer Zeit, in der Männer ihren Herrschaftsanspruch noch ganz offen formulierten. Heute ist sexistisches Verhalten offiziell verpönt, wir haben eine rhetorische Modernisierung erlebt. Weil die Diskriminierungen subtiler geworden sind, wirkt der Begriff nun ungenau. Ich würde auch nicht mehr sagen, wir leben in einem Patriarchat, sondern: Wir leben in einer männlich dominierten Gesellschaft mit klaren Geschlechterhierarchien.”

“Und woran erkennt man die Hegemonie?

Die australische Soziologin Raewyn Connell weist drei Bereiche aus: Wer dominiert in der Wirtschaft? Wer dominiert in der Politik? Und wer dominiert in den emotionalen Beziehungen? Wer bekommt Aufmerksamkeit, Geld oder Zuwendung, und welches Geschlecht wird eher diskriminiert? Besonders in den privaten Beziehungen gibt es eine sehr starke Ausprägung männlicher Vorherrschaft.

In den privaten Beziehungen? Das würden viele Paare von sich weisen.

Natürlich versuchen viele Männer, die Idee der Gleichberechtigung zu leben. Aber zum einen hat derjenige mehr Macht, der Zugang zu Geld hat. Zum anderen findet vieles unbewusst statt. Sexismus wird oft verlagert, in Witzchen etwa. Freud würde sagen: Ein offiziell tabuisiertes Thema - Frauenverachtung - taucht als Witz wieder auf. Wenn man darüber lacht, schadet man Frauen nicht direkt und gilt deshalb nicht als Sexist. Männer generieren auch Macht in ihrer Beziehung, indem sie Aufmerksamkeit verweigern, hinhalten, Aufgaben vergessen, Bedürfnisse ihrer Partnerin ignorieren.”

“Das klingt, als wollten Männer Frauen generell abwerten. Das glauben Sie nicht wirklich, oder?

Das Problem ist: Männliche Identität ist so konstruiert. Zu dieser Identität gehört das unbewusste Bedürfnis, sich aufzuwerten, indem Frauen abgewertet werden. Sich als einzelner Mann von dieser Konstruktion abzugrenzen ist sehr schwer. Die Ambivalenz gegenüber Frauen prägt sich dem kleinen Jungen ein - und erfährt immer wieder Nachprägungen.

Die Abwertung von Frauen gehört fest zur männlichen Identität?

Wenn man sich anschaut, was in unserer Gesellschaft als männlich gilt, dann finden sich immer wieder zwei dominante Merkmale: zum einen eine Hierarchie innerhalb der Männergruppe - Status- und Rangkämpfe sind für eine männliche Identität sehr wichtig. Und zum anderen die Abgrenzung zur Weiblichkeit, die alle Männer in ihrer Überlegenheit miteinander vereint.

Aber die Abgrenzung muss doch nicht zwangsläufig negativ ausfallen.

Sie tut es aber. Wenn man die Gruppe der Männer höher bewertet als die der Frauen, kann man jenseits der Hierarchiekämpfe eine Gruppenidentität herstellen. Deshalb kommt es in reinen Männerrunden manchmal zu Verbrüderungsszenen, in denen Frauen sexualisiert und als minderwertig markiert werden. Etwa beim gemeinsamen Puffbesuch: Frauen haben dort Männer zu bedienen und Männer können ihre heterosexuelle Potenz vor den anderen demonstrieren. Diese gemeinsamen Erfahrungen zur Stabilisierung einer männlichen Gruppenidentität auf Kosten abgewerteter Frauen ist ein Beispiel für das, was nach Connell als “patriarchale Dividende” bezeichnet wird.

Sie sagen, die Geringschätzung präge sich früh ein. Wie tut sie das?

Unser vorherrschendes Männlichkeitskonzept lautet: Sei autonom, hab alles unter Kontrolle. Besonders in der Sexualität hat ein Mann aber weder seine Sexualfunktionen noch die Aktion oder Reaktion der Frau unter Kontrolle. Diese Diskrepanz macht in zweifacher Richtung Angst: Nach einer Umfrage haben 84 Prozent der deutschen Männer Angst vor Potenzversagen und 88 Prozent Angst vor Frauen. Und diese Angst wird häufig durch eine Kontrollfantasie kaschiert: Ich kann immer, sie will immer. Je abhängiger er sich fühlt, desto eher neigt er zur Kontrolle bis hin zur Gewalt. Und da geht es nicht um Bagatellen, solange die UNO zählt, dass weltweit jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von Männern körperlich oder sexuell misshandelt wird.”

“Können Eltern ihre Söhne zu “Antisexisten” erziehen?

Da bin ich etwas skeptisch. Solange es gesellschaftlich verpönt ist, dass Männer ihre Hilfsbedürftigkeit zugeben, kann sich das Gefüge nicht ändern.

Aber es gibt Väter, die Elternzeit nehmen. Trauen Sie denen nichts zu?

Das sind sehr wenige, die einen verlängerten Familienurlaub nehmen. Vor allem aber kommt es darauf an, welche Form von Männlichkeit der Vater repräsentiert. Der Vater kann nach außen wie ein “neuer Mann” wirken - aber unbewusst weiter seine Frau abwerten, etwa weil er sich als Supervater inszeniert, der alles besser kann. Dann hat er wieder das traditionelle Männlichkeitsbild vermittelt.”

“Wie reagieren Männer darauf, wenn Sie sie auffordern, sich mit ihrer Angst zu beschäftigen?

Bei meinen Vorträgen reagieren vor allem die Frauen positiv. Männer sind eher irritiert und oft peinlich berührt. Über seine Ängste nachzudenken anstatt sie als Bedrohung abzuwehren ist in der Männerrolle nicht vorgesehen.”

Wer noch mehr dazu lesen möchte, der schaue bitte in die eigentliche Quelle: taz.de

heinkas Anmerkung: Ein wirklich sehr interessantes Interview mit zahlreichen Aussagen, die nachdenklich machen! So einiges davon finde ich in der Praxis voll bestätigt! ;)

Ein paar Domains aus meinem Portfolio, die zu diesem Thema passen: alleinesein.com, anfägerin.at, fräulein.at, frausein.at, forevertogether.eu, sexüsex.de, ichbrauchees.de, duundich.org, ichsuchedich.info, ineedit.de, gutso.org

Song

Weil heute Internationaler Frauentag ist, hier mal ein Song aus DDR-Zeiten:

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